Welche Anträge ihr in der Schwangerschaft stellen müsst

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Die Freude bei einer positiven Schwangerschaft ist wohl bei den meisten Frauen besonders groß. Dennoch bringen die nächsten 40 Wochen auch eine Menge Fragen mit sich. Vor allem die zahlreichen Behördengänge spuken einem schon im Kopf umher, noch bevor man überhaupt weiß, welche Gelder und Anträge überhaupt einzureichen sind. Zudem gibt es da diese vielen Begriffe wie Elternzeit, Mutterschutz oder Mutterschaftsgeld. Was bedeuten diese ganzen Dinge eigentlich? Um euch einen genaueren Ablauf in der Schwangerschaft aufzuzeigen und einen Überblick zu geben, was jetzt in Sachen Amtswege alles wichtig ist, haben wir uns einmal schlau gemacht.

Der Mutterschutz

Die sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin und die anschließenden acht Wochen nach der Geburt des Kindes, bilden die Mutterschutzfrist. In dieser Zeit soll gewährleistet werden, dass die Mutter und das Kind vor Gefährdungen und gesundheitsschädlichen Situationen am Arbeitsplatz verschont werden. Daher sollte die Frau in der Schwangerschaft dem Arbeitgeber und dem Unternehmen unbedingt den voraussichtlichen Entbindungstermin mitteilen.

Wenn das Kind allerdings vor dem errechneten Termin zur Welt kommt, dann verlängert sich die Schutzfrist im Anschluss dementsprechend. Dabei werden die Tage hinten angerechnet, die die Schwangere vor der Entbindung im Mutterschutz nicht beanspruchen konnte.

Das Mutterschaftsgeld

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Die Zeit, in der das absolute Beschäftigungsverbot herrscht, wie die sechs Wochen vor dem Entbindungstermin und die acht Wochen danach, wird mit dem sogenannten Mutterschaftsgeld und dem Arbeitgeberzuschuss vergütet. Es ist also ein Ersatz für das sonstige Einkommen. Hierbei übernimmt die Krankenkasse während der gesamten Schutzfrist höchstens 13 Euro pro Kalendertag. Ist der durchschnittliche kalendertägliche Nettolohn höher als die genannten 13 Euro, so muss der Arbeitgeber die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld bezahlen.

Antrag auf Mutterschutz: Es gibt keine gesetzliche Frist. Allerdings sollte der Antrag vor Beginn der Schutzfrist gestellt werden. Dabei ist darauf zu achten, wer die Zahlung übernehmen wird: Die Krankenkasse oder das Bundesversicherungsamt. Bei der entsprechenden Stelle muss dann der Antrag eingereicht werden. Frühestens sieben Wochen vorher bekommt die Schwangere vom Arzt oder der Hebamme in zweifacher Ausführung die Bescheinigung über den bevorstehenden Entbindungstermin. Hierbei muss einer an den Arbeitgeber und einer an die Krankenkasse ausgehändigt werden.

Das Elterngeld

Beim Elterngeld handelt es sich um eine staatliche Leistung, um das Kind auch nach der Geburt zu betreuen und erziehen zu können. Somit kann die Lücke im Einkommen geschlossen werden. Beim Elterngeld wird zwischen dem Basiselterngeld und dem Elterngeld Plus unterschieden.

Beim Basiselterngeld können Eltern das Geld bis zu 14 Monate beantragen. Hierbei können die Monate unter den Eltern aufgeteilt werden, wobei mindestens zwei und maximal zwölf Monate je Elternteil vergütet werden. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit Elterngeld Plus zu beantragen. Betroffen sind hiervon in erster Linie die Eltern, die während des Bezuges des Elterngeldes in Teilzeit arbeiten möchten. Somit gibt es dann das Elterngeld Plus den doppelten Zeitraum über und dann auch maximal in halber Höhe.

Errechnet wird das Elterngeld durch das durchschnittliche Nettoeinkommen, welches das entsprechende Elternteil in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes verdient hat. Ausgenommen ist hierbei jedoch die Zeit, in der sich die Mutter in der Mutterschutzfrist befunden hat. Somit beträgt das Elterngeld mindestens 300 und maximal 1.800 Euro im Monat. Bei einem Nettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.200 Euro monatlich, ergibt sich ein Anteil von 67 Prozent Elterngeld. War das Einkommen im Durchschnitt unter 1.000 Euro steigt der Anteil auf 100 Prozent.

Elterngeld beantragen: Ganz wichtig ist, dass der Antrag schriftlich innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt des Kindes erfolgt. Hierbei kann jedes Elternteil den Antrag stellen. Eingereicht wird der Antrag bei der Elterngeldstelle des Jugendamtes im jeweiligen Wohnbezirk.

Die Elternzeit

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Was vermutlich oft durcheinandergebracht wird, sind die Begriffe Elternzeit und Elterngeld. Allerdings geht es bei der Elternzeit um die unbezahlte „Auszeit“ vom Berufsleben, damit Eltern bei ihren Kindern sein und diese betreuen und selbst erziehen können. Hierbei kann man beim Arbeitgeber Elternzeit von bis zu drei Jahren verlangen. In dieser Zeit erhält der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin jedoch keinen Lohn. Hier greift dann also das Elterngeld. Wer länger als die 14 Monate Elternzeit nehmen und mehr Zeit in die Erziehung und Betreuung des Kindes investieren möchte, der hat die Möglichkeit das Elterngeld auf 24 Monate aufteilen zu lassen. Hierbei wird das Geld dann auf die Hälfte monatlich angepasst.

Elternzeit anmelden: Wer Elternzeit in Anspruch nehmen möchte, muss dies bis spätestens sieben Wochen vorher beim Arbeitgeber schriftlich und mit eigener Unterschrift anmelden.

Die Geburtsurkunde

Auch nach der Schwangerschaft und Geburt gibt es für die frischgebackenen Eltern einiges zu tun. Somit sollte einer der ersten Gänge unmittelbar nach der Geburt zum Standesamt sein, um die Geburtsurkunde ausstellen zu lassen. Hierfür haben die Eltern eine Woche Zeit. Die Geburtsurkunde wird zudem auch für den Antrag des Elterngeldes benötigt.

Anschließend geht es weiter zum Einwohnermeldeamt. Auch hierfür ist die Geburtsurkunde vonnöten, um das Kind möglichst schnell dort anzumelden.

Neben all diesen wichtigen Behördengängen, gibt es natürlich noch viele weitere, über die ihr Bescheid wissen solltet. Am sichersten ist es, wenn ihr euch eine Checkliste anlegt, mit allen wichtigen Dokumenten, Terminen und Abgabefristen. Fangt vor allem schon so früh wie möglich damit an, damit ihr hinterher nicht auf einmal den ganzen Stress habt und auch die letzten Wochen eurer Schwangerschaft genießen könnt.


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