Auszeit für Eltern: Selbstverwirklichung ist wichtig für Mütter und Väter

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In unserer heutigen Gesellschaft lässt sich ein Trend erkennen. Statt Probleme herunterzuschlucken, Themen zu tabuisieren und die Schwierigkeiten anderer als Schwäche zu sehen, reden wir viel eher über das, wie es uns geht. Wir reflektieren zudem gleichzeitig, welche Probleme es in der Gesellschaft gibt und wie wir sie lösen können. Diese Denkweise hält auch in Familien Einzug. Wo früher noch die Frau dem Mann untergeordnet und auf ihn angewiesen war, wandelt sich das Bild der Mutter nach und nach. Mütter sind heute auch berufstätig, machen sind selbstständig und werden damit zu wahren Allroundern. Aber auch Männer bleiben öfters Zuhause und nehmen sich mehr Zeit für die Kinder. Dennoch, im Endeffekt ist uns allen klar: Egal ob Vater oder Mutter. Wie für Menschen ohne Kind, ist die Auszeit für Eltern wichtig. Für ihre eigenen Belange und um sich selbst zu verwirklichen.

Eltern dürfen auch Individuen sein

Gerade wenn das erste Kind geboren ist, verändert sich viel im Leben der Eltern. Mit einem Mal ist da dieses kleine Wesen, das ganz und gar auf einen angewiesen ist. Am Anfang überkommt vielen Paaren die Angst, sie würden etwas in der Versorgung falsch machen. Schließlich kann das Neugeborene nur eingeschränkt kommunizieren und vielleicht hat man ja schon jetzt etwas gravierend falsch gemacht? Keine Sorge, diese Bedenken sind normal und lassen sich am besten lösen, indem man mit Verwandten oder Bekannten, die bereits Kinder großgezogen haben, spricht. Sobald dieser erste Schock jedoch überwunden ist und sich bei den frischgebackenen Eltern langsam aber sicher der neue Alltag einstellt, stehen viele vor der Fragestellung: Wie viel meines eigenen Lebens gebe ich für mein Kind auf? Die letzten Wochen, Monate mit dem Kind waren vielleicht noch hektisch und ungewohnt. Doch wie soll es jetzt weitergehen?

Das ist eine Frage, die unglaublich schwer zu beantworten ist. Besonders in der heutigen Gesellschaft, wo wir wissen wie wichtig Selbstverwirklichung und Zeit für uns ist. Natürlich ist werdenden Eltern bewusst, dass sie sich irgendwo einschränken, wenn sie sich für Kinder entscheiden. Gerade in den ersten Jahren ist der Nachwuchs wirklich 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche auf die Eltern angewiesen. Doch trotzdem ist das Bedürfnis nach einer Auszeit für Eltern verständlich. Und hier kommt die gute Nachricht: Eltern dürfen trotz Kind noch eigenständige Menschen sein.

Stress hilft keinem weiter

Es ist keine Schande zuzugeben, dass man gerne auch wieder Zeit für sich hätte. Ganz im Gegenteil. Wenn ihr immer und ständig nur hinter Terminen herrennt, einen unangenehmen Spagat zwischen Job, Kinderbetreuung, Haushalt und sozialen Events vollführen müsst, ist es nur logisch, dass ihr euch schnell überfordert fühlt. Das merken aber auch eure Kinder und euer Partner, was wiederum im Umkehrschluss zu Spannungen innerhalb der Familie führt. Somit ist am Ende niemandem geholfen, wenn ihr auf Krampf versucht, immer alles perfekt zu machen, ohne auch mal an Zeit für euch zu denken.

Aber ist es nicht egoistisch quasi die eigenen Bedürfnisse vor die der Kinder zu stellen? Sollte ich als Elternteil nicht alles dafür tun, damit es erst einmal der Familie gutgeht? Jein. Es ist schwer, einen richtigen Mittelweg zu finden und die Auszeit für Eltern auch ernst zu nehmen, statt doch nebenbei zu bügeln oder Termine zu planen. Doch wie bereits erwähnt, euch selbst für eure Familie aufzugeben, macht euch nicht glücklich. Es geht viel eher darum, bewusst Zeiten zu suchen in denen man wieder das tun kann, was einem ganz persönlich Spaß bereitet.

So kann die Auszeit für Eltern aussehen

Möglichkeiten habt ihr, in dem ihr zum Beispiel zehn Minuten früher aufsteht, um ein Buch zu lesen, das ihr schon immer lesen wolltet. Oder indem ihr, sobald die Familie aus dem Haus ist, ein Bad nehmt. Erlaubt ist das, was euch glücklich macht. Kleine Auszeiten können schon viel bewirken. Selbstverständlich könnt und solltet ihr euch auch einmal einen gesamten Abend mit eurem Partner verabreden und die Kinder bei Großeltern oder befreundeten Eltern lassen. Doch um in dem alltäglichen Familienwahnsinn wieder mehr Zeit für euch zu finden, gilt es die kleinen Pausen schätzen zu lernen. Wenn ihr erst einmal anfangt, euch wieder bewusst auf eure eigenen Bedürfnisse zu fokussieren und sei es nur für 30 Minuten am Tag, werdet ihr euch wieder wohler und entspannter fühlen.


Image by Daan Stevens via Unsplash

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