Ist der Baby-Boom schon wieder vorbei?

In Deutschland kamen ab dem Jahr 2016 immer mehr Babys auf die Welt und man sprach vom großen „Baby-Boom“. Es gab 2016 einen Zuwachs von ganzen 7,4 Prozent und die Geburtenziffer lag bei 1,59 Kindern. Die Geburtenziffer gibt die durchschnittliche Kinderzahl je Frau an. Im Jahr 2017 wurden rund 785.000 Babys in Deutschland geboren. Das ist ein Minus von 0,9 Prozent. Die Geburtenziffer lag im Jahr 2017 bei 1,57. Doch woran liegt die rückläufige Geburtenzahl und wird sie in Zukunft weiterhin sinken?

Gründe, warum die Geburtenzahl rückläufig ist

Die Geburtenzahl stieg in den Jahren 2015 und 2016 vor allem durch die Zuwanderer-Familien aus nicht-europäischen Ländern. Dazu zählen zum Beispiel Syrien oder Afghanistan. Bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sank dagegen die Geburtenziffer im Jahr 2017 wieder. Ganze 63 Prozent geben an, dass die Kosten der Hauptgrund sind, weswegen sie sich gegen Kinder entscheiden. Zudem sind 55 Prozent überzeugt, dass Karriere wichtiger sei als die Gründung einer Familie.

Auch der Bildungsabschluss spielt in Deutschland für die Kinderzahl eine große Rolle. Akademikerinnen bekommen im Schnitt unter 1,50 Kinder. Frauen hingen mit einem Haupt- und Realschulabschluss ohne Ausbildung bekommen durchschnittlich mehr als zwei Kinder. Das hat sich in den vergangenen Jahren nicht geändert und kommt in dieser Form in keinem anderen europäischen Land vor.

Ändert sich dadurch der Demografische Wandel?

In Deutschland sterben weiterhin seit 1972 jedes Jahr mehr Menschen als neue wieder geboren werden. Es gab 2017 eine Differenz zwischen den Sterbefällen und Geburten von ungefähr 150.000 Menschen. Nur die Städte Berlin und Hamburg haben in Deutschland ein Plus aufweisen können.

So kann die Kinderzahl wieder ansteigen

Die Kinderzahl kann wieder deutlich ansteigen, wenn die Eltern ihren Beruf und ihre Familie in Zukunft besser vereinbaren können. Das funktioniert erst, wenn es flexible Arbeitszeiten gibt, sagt Mathias Lerch vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. In Skandinavien gibt es bereits die Vier-Tage-Woche für berufstätige Eltern. Nach Prognosen des BiB wird die Zahl der Geburten weiterhin sinken. Grund dafür sind die Frauen, die aus den geburtenschwachen Jahrgängen der 1990er Jahre nun in das Alter kommen, wo die meisten Frauen ihre Kinder bekommen.


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