Eltern am Smartphone: Kinder leiden unter übermäßigem Handy-Konsum

Eltern, die zu oft am Smartphone hängen, können die Erziehung ihrer Kinder gefährden.

Eltern, die während des Spaziergangs mit dem Kind lieber auf ihr Handy starren, statt auf ihren Nachwuchs, sieht man beinahe täglich. Eltern, die sogar während des Autofahrens nicht den Blick vom Smartphone wenden können, leider auch. Psychologen stehen derzeit noch am Anfang zu erforschen, was für Auswirkungen es hat, wenn sich Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder ablenken lassen. Jetzt gibt es erste Studien und Umfragen, die darauf hinweisen, dass es für Kinder ungesund ist, wenn ihre Eltern ständig am Handy sitzen. Warum Eltern, die zu oft am Smartphone sitzen die Entwicklung ihrer Kinder gefährden, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Kinder brauchen Aufmerksamkeit

Diese Grundregel gilt vor allem, wenn die Eltern das Smartphone zu oft in der Hand haben. Denn Kinder können nicht wissen, ob ihr gerade eine wichtige Rechnung überweist, oder mit einer Freundin chattet. Daher ist es schwer, für sie einzuschätzen, ob sie euch stören dürfen oder nicht. Viele Eltern zücken auch dann das Smartphone, wenn sie eigentlich Zeit mit den Kindern verbringen sollten. Wie beim Spielen oder wenn ihr gemeinsam unterwegs seid. Das vermittelt eurem Nachwuchs indirekt, dass sie nicht eure Aufmerksamkeit haben. Auf Dauer kann das dazu führen, dass die Kinder das Gefühl bekommen, ihren Eltern nicht wichtig zu sein.

Eine Studie der Illinois State University hat herausgefunden, dass Kinder sich vernachlässigt fühlen, wenn die Eltern oft am Smartphone sind. Der übermäßige Smartphone-Konsum kann sogar dazu führen, dass Kinder denken, mit dem Handy um Aufmerksamkeit zu konkurrieren. Gerade Neugeborene brauchen zudem den direkten Sichtkontakt zu ihren Eltern, da sie sich in den ersten Monaten noch nicht als Individuum verstehen. Wenn ihr euer Kind mit vorgehaltenem Smartphone im Wagen schiebt, kann das bereits in den ersten Lebensmonaten zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Neugeborene, die weniger Sichtkontakt zu ihren Eltern bekommen, sind im Durchschnitt quengeliger und werden schnell weinerlich. Ähnliches gilt, wenn das Kind ein wenig älter ist. Denn Kleinkinder fühlen sich nur dann sicher, ihre Umgebung zu erkunden, wenn die Eltern anwesend und aufmerksam sind.

Bei der Smartphone Nutzung helfen feste Regeln

Verständlicherweise ist es nicht einfach, alte Gewohnheiten abzulegen. Und zudem gibt es natürlich auch viele Situationen, in denen ein Smartphone im Alltag durchaus hilfreich ist. Wichtig ist, dass ihr klare Regeln für die Smartphone-Benutzung in der Gegenwart eurer Kinder setzt. Beim gemeinsamen Spielen oder Abendessen zum Beispiel, sollte das Smartphone aus der greifbaren Nähe verbannt werden. Gerade bei älteren Kindern kann es hilfreich sein, wenn ihr kommuniziert, warum ihre gerade am Smartphone seid. Signalisiert euren Kindern klar, warum ihr fünf Minuten für euch braucht, um zum Beispiel wichtige E-Mails zu beantworten oder Rechnungen zu zahlen. Langwierige Chats mit Freunden oder Online-Shopping solltet ihr aber lieber auf die Zeiten verlegen, in denen euer Kind mit sich selbst beschäftigt ist. Oder erst dann angehen, wenn euer Nachwuchs im Bett ist.

Letztlich orientieren sich Kinder immer an dem Verhalten ihrer Eltern. Wenn ihr zu oft am Smartphone seid, bekommen sie schnell das Gefühl, sich eure Aufmerksamkeit erst verdienen zu müssen. Wollt ihr eurem Nachwuchs den verantwortungsbewussten Umgang mit neuen Medien beibringen, müsst ihr selbst ein gutes Vorbild sein. Zeit für die Familie ist in unserer hektischen Welt ohnehin oft Mangelware. Und wenn ihr dann mit euren Kindern etwas gemeinsam macht, verdienen sie auch eure ungeteilte Aufmerksamkeit.


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