Jugendliche und soziale Netzwerke: Die Gefahr der schönen, heilen Welt

Photo by Becca Tapert on Unsplash

Was ihr beachten müsst, wenn eure Kinder Social Media-Plattformen nutzen, haben wir euch bereits erklärt. Zunächst ist es wichtig, dass ihr euch selbst mit den Online-Diensten vertraut macht. Sofern ihr das nicht ohnehin schon getan habt. Die Heranwachsenden sollten zudem über ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt werden. Ferner müsst ihr euch über die Chancen und Gefahren sozialer Netzwerke bewusst sein.

Eine aktuelle Studie verdeutlicht nochmals die potentiellen Gefahren von sozialen Netzwerken. Andererseits wird deutlich, dass von moderner Technik an sich kein Gefahrenpotential ausgeht. Das Problem hingegen sei vor allem die schöne und heile Welt, welche die Netzwerke den Jugendlichen vorgaukeln.

Social Media erhöht das Depressionsrisiko

Die im wissenschaftlichen Fachblatt JAMA Pediatrics veröffentlichte Studie legt nahe, dass insbesondere die Nutzung von Social-Media-Plattformen das Risiko für Depressionen erhöht. Ähnliches gilt für das Fernsehen. An der Studie nahmen rund 4.000 Jugendliche teil. Die Auswertung ergab, dass je länger sich junge Menschen auf Seiten wie Facebook oder Instagram aufhalten, desto höher ist das Risiko, an einer Depression zu erkranken.

Der Grund der Forscher dafür ist einleuchtend: Insbesondere in sozialen Netzwerken vergleichen sich die Kinder und Jugendlichen bewusst oder unbewusst mit anderen Menschen. Häufig sind das Personen, die entweder besonders schön oder besonders erfolgreich sind und womöglich besonders viel Geld besitzen. Die Forscher sprechen sogar davon, dass die Heranwachsenden in eine Art Abwärtsspirale geraten können: Das Selbstwertgefühl des Kindes beziehungsweise des Jugendlichen sinkt durch ständige Vergleiche immer weiter.

Computer und Smartphones an sich sind harmlos
Photo by Christian Wiediger on Unsplash
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Entwarnung gibt es zumindest hinsichtlich der Nutzung von Computern im Allgemeinen. Dazu gehört auch das Spielen von Videospielen. Hier konnten die Forscher keinen starken Zusammenhang zwischen der sogenannten Screen Time, also der Zeit, die vor dem Bildschirm verbracht wird, und Symptomen einer Depression feststellen. Das Problem liegt also vor allem bei den Gefahren sozialer Netzwerke: Insbesondere die glamouröse Welt des Fernsehens oder der scheinbar perfekten Influencer, wirkt sich negativ auf das Selbstwertgefühl aus.

Die gute Nachricht daran ist aber, dass die heutigen Gadgets, Smartphones und Computer nicht per se gefährlich für Kinder sind. Hier könnt ihr nachlesen, worauf ihr achten solltet, wenn euer Kind sein erstes Smartphone bekommt. Viel entscheidender ist angesichts einer weiteren Studie, dass Kinder über die Mechanismen, die sich negativ auf ihr Selbstbild auswirken, aufgeklärt werden.

Mehr Jugendliche fühlen sich zunehmend unzureichend

Die Studie des britischen Meinungsforschungsinstituts YouGov macht besonders deutlich, wie sehr sich soziale Netzwerke auf die jungen Menschen auswirken. Seit zehn Jahren werten die Forscher Umfragen mit britischen Jugendlichen aus. Mittlerweile seien Social Media-Plattformen für die Heranwachsenden selbstverständlicher als jemals zuvor – das bleibt nicht ohne Folgen. Ungefähr die Hälfte derjenigen, die aktuell in sozialen Netzwerken unterwegs sind, haben deutlich mehr Angst vor ihrer Zukunft. Mehr als die Hälfte gab an, dass die Netzwerke ungeheuren Druck auf sie ausüben. Auch wird deutlich, dass sie sich zunehmend unzureichend fühlen.

Entscheidend ist demnach vor allem, dass ihr eure Kinder für diese Fallstricke der sozialen Netzwerke sensibilisiert. Dort, aber auch in der Welt der Stars aus dem Fernsehen, gibt es häufig mehr Schein als Sein. Niemand ist perfekt – auch wenn junge, fitte und gutaussehende Influencer diesen Eindruck bei Jugendlichen offenbar häufig erwecken.


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