Glückliche Ehe und Kinder – ein (un)mögliches Kunststück

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Obwohl in Deutschland die Bevölkerung voraussichtlich schrumpfen wird, steht der Wunsch nach einem Familienleben mit Kindern bei vielen immer noch hoch im Kurs. Viele junge Paare entscheiden sich nur wenige Monate oder bereits vor der Hochzeit dazu, gemeinsame Kinder in die Welt zu setzen. Die Vorstellung, man würde damit der bisher perfekten Beziehung die Krone aufsetzen, kann jedoch auch schnell ins Gegenteil ausschlagen.

Mit dem Kind kommt oftmals auch der Stress

Auch wenn der Spruch „ein Kind verändert alles“ vielen werdenden Eltern geläufig ist, wissen nur wenige wirklich, was auf sie zukommt. „Eltern sein“ kann man nur schwer üben und wie auch im Leben, kommt mit dem Kind manchmal alles anders als geplant. Über 80 Prozent der Eltern geben an, dass sich die Beziehung zu ihrem Partner nach der Geburt merklich verschlechtert hat. Doch woran liegt das?

Zunächst einmal bedeutet ein Neugeborenes im Haus natürlich auch, dass sich der Alltag komplett auf den Kopf stellt. Wenn ein Elternteil, oder gleich beide, in Elternzeit gehen, dann kann der neue Anfang mit dem Kind noch etwas ganz Besonderes sein. Allerdings klagen viele Eltern nach der Geburt über Schlafmangel, Stress und Übellaunigkeit. Das ist auch verständlich, schließlich braucht jeder mal eine Auszeit für sich. Genau diese Zeit ist nur schwer zu finden, wenn man sich rund um die Uhr um einen kleinen Menschen kümmern muss.

Wie bringt man Ehe und Erziehungsstress in Einklang?

Keine Frage: Die Erziehung eines Kindes bedeutet in jedem Fall einen Teil „extra Arbeit“, der geleistet werden muss. Familientherapeuten empfehlen deswegen, dass man von vornherein planen sollte, wer welche Aufgaben übernimmt. Wer ist wann mit der Kinderbetreuung dran? Was ist mit dem Haushalt? Wer kümmert sich um das Bezahlen der Rechnungen, Reparaturen und so weiter und so fort. So unromantisch es in einer Beziehung auch klingen mag, die Organisation ist auch hier das halbe Leben. Wenn ihr mit eurem Partner von Anfang an fest vereinbart, wer welche Aufgaben übernimmt, habt ihr immerhin ein grobes Konzept, an dem ihr euch entlanghangeln könnt.

Wir wissen inzwischen, wie wichtig auch die Selbstverwirklichung für Eltern ist. Allerdings fordern Job, Haushalt, Freunde, Hobby, Beziehung und dazu noch die Kindererziehung einen Spagat, der nicht immer ohne Schäden zu bewerkstelligen ist. All diese Dinge sind wichtig, damit wir uns in unserer Beziehung und unserer Familie wohlfühlen, aber der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden. Erwartet also, dass einige Dinge schieflaufen werden und ihr euch auch mal öfters mit eurem Partner in die Wolle bekommen werdet. Niemand ist perfekt und sowohl für euch, als auch euren Partner hat sich einiges verändert. Verständnis und offene Kommunikation können schon viele der Probleme aus der Welt schaffen. Versteht, dass ihr beide eigentlich am gleichen Strang ziehen wollt und nehmt euch im Notfall eine bewusste Auszeit von der Diskussion mit eurem Ehepartner. Denn nur selten lassen sich Probleme in der Hitze des Streits lösen.

Zeit für sich selbst und den Partner

So klischeehaft es sich anhört: Zeit nur füreinander zu haben, ist wichtig. Keine Partnerschaft kann auf die Dauer bestehen, wenn sie nicht aktiv ausgelebt wird. Auch wenn es schwerfallen mag, die Kinder aus der eigenen Obhut zu geben, können Schwiegereltern, Freunde und Bekannte den Nachwuchs betreuen, während ihr euch eine verdiente Auszeit nehmt. Schon etwas so Einfaches wie ein Essen zu zweit, kann die Wogen in der Beziehung wieder glätten. Redet auch einmal über etwas anderes als die Kinder und besinnt euch auf gemeinsame Aktivitäten, die ihr vor der Geburt gerne gemacht habt.

Zuhören, herunterkommen und die Partnerschaft wieder neu entdecken kann wahre Wunder bewirken. Der Alltag mit Kindern kann oft sehr stressig und auch überfordert sein, aber auch das geht irgendwann wieder vorbei. Sobald die Kinder selbstständiger sind, habt auch ihr wieder mehr Freiraum. Der Stress, der auf eurer Beziehung lastet, ist oftmals nur temporär.

Tauscht euch aber auch außerhalb eurer Ehe mit anderen Müttern und Vätern aus, wie ihre Erfahrungen sind. Sprecht eure Gefühle und Empfindungen eurem Partner gegenüber offen aus. Eure Bedürfnisse sind wichtig, sowohl für euch selbst, als auch das Wohlbefinden der Ehe und somit der Harmonie in der Familie.


Photo by Brooke Cagle via Unsplash

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