Mit Geduld an die Ungeduld – einige Tipps und Tricks

Mutter und Sohn by Марина Вельможко via Pixabay

Kinder möchten gerne alles gleichzeitig machen. „Mama schau mal!“, ist dabei nicht selten zu hören. Doch wenn die Mama oder der Papa in diesem Moment keine Zeit hat, dann stellt sich die Frustration bei den Kindern ein. Häufig wird gequengelt oder „Mama“, bzw. „Papa“ als Salve an Worten abgefeuert. Was also tun, wenn das Kind ungeduldig wird, man aber in dem Moment einfach keine Zeit hat, sich damit auseinander zu setzten? Wir wollen euch ein paar Vorschläge machen, wie man mit Geduld an die Ungeduld herangeht.

Hektik ist keine Lösung

Eltern neigen dazu, alles schnell zu machen, wenn ihre Kinder anfangen zu schreien oder mit dem Fuß aufzustampfen, weil ihnen etwas nicht passt. Doch Hektik ist hier nicht fördernd, sondern Ruhe und vor allem klare Ansagen. Das bedeutet nicht, dass man laut werden sollte. Durch das Ausstrahlen von Ruhe und Gelassenheit kommen die Kinder eher zu Ruhe. Mit einigen klaren Ansagen kann das Ganze dann oftmals unter Kontrolle gebracht werden.

Kinder müssen Geduld erst erlernen und wie es ist, mit Frustration umzugehen. Dafür ist Feinfühligkeit und in erster Linie große Geduld der Eltern erforderlich. Denn je feinfühliger die Eltern mit ihren Kindern in den Anfangsphasen umgehen, umso mehr Emotion lernen diese. Das bedeutet nicht, sein Kind wie ein rohes Ei zu behandeln oder in den Helikoper-Elternmodus zu gelangen, sondern einfach dem Kind viele Emotionen zu zeigen und diese auch zu erklären. So ist es hilfreicher, das Kind kurz auf den Arm zu nehmen und ruhig zu sagen, warum man in diesem Moment keine Zeit hat. Die Kinder spüren die Ruhe der Eltern und beruhigen sich selbst.

Mit Geduld an die Ungeduld

Klarheit verschafft Kindern Sicherheit und so lernen sie auch, besser mit Emotionen umzugehen. Daher ist es sehr wichtig, mit den Kindern offen zu sprechen. Wie etwa, wenn ihr dem Kind erklärt, dass ihr zurzeit einfach keine Zeit für es habt und dann erläutert wieso. Zum Beispiel weil grade gekocht oder aufgeräumt wird. Dann könnt ihr dem Kind eine Lösung anbieten. Wie etwa: „Wenn ich fertig bin mit dem Aufräumen, spiele ich mit dir.“ Die Kinder haben nun eine Sicherheit, dass sie nicht für einen größeren Zeitraum keine Beachtung bekommen und können sich anderen Dingen widmen.

Oft genügt es auch schon wenn das Kind bei euch in der Nähe ist und möglicherweise mit einem leeren Topf und einem Schneebesen mit kochen kann. Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr mit eurem Kind zusammen kochen. Auch wenn ihr auf dem Weg zum Spielplatz seid und euer Kind es einfach nicht mehr erwarten kann, dann könnt ihr sie mit einbringen. Sagt ihnen sie sollen noch die Schaufeln oder andere Spielzeuge holen. So fühlen die Kinder sich miteinbezogen und die Ungeduld verschwindet von ganz alleine.

Alles alleine machen wollen

Ungeduld und Frust kann ebenfalls auftreten, da das Kind gerne alles schon zu Anfang alleine machen möchte. Sie sehen noch nicht, dass dies möglicherweise zu schwierig ist und werden ungeduldig, wenn es beim ersten Mal nicht gleich klappt. Setzt euch mit den Kindern hin und erklärt ihnen, dass es nicht schlimm ist, wenn es nicht beim ersten Versuch funktioniert. Sind die Kinder aber einfach enttäuscht, dann hilft in erster Linie das Trösten und in den Arm nehmen. Bringt vielleicht eine Geschichte aus eigener Erfahrung ein, damit die Kinder sehen, dass sie nicht alleine dastehen.

Habt ihr keine Zeit, auf die Selbstversuche euerer Kinder zu warten, weil ihr zum Beispiel zur Arbeit müsst und euer 3-Jähriger sich selbst anziehen will, dann erklärt ihm, dass ihr ihm dieses Mal helft aber das er sich heute Abend, ganz alleine bettfertig machen darf. So bekommen die Kleinen nicht das Gefühl, es nicht hinzubekommen. Auch werden sie stolz auf die Verantwortung, die ihnen mit dieser neuen Aufgabe übertragen wird.

Natürlich funktionieren diese Tipps nicht immer und auch jedes Kind und jede Situation ist zu unterschiedlich, als dass es eine Patentlösung gibt. Einen Versuch ist es jedoch wert.


Image by Марина Вельможко via Pixabay

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