Nurture vs. Nature – was deffiniert uns?

Was macht uns zu dem, was wir sind? Entwickeln wir unsere Persönlichkeit fortlaufend durch unsere Lebenserfahrungen oder bestimmt unsere DNA diese? Die Nurture vs. Nature Debatte wird in der Wissenschaft bereits seit Jahrzehnten geführt und man ist noch immer zu keinem Ergebnis gekommen. Wieso?

Es kommt immer wieder vor, dass Kinder von ehemaligen Sportstars in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Es wird häufig angenommen, dass der Erfolg der Kinder auf den Anlagen der Eltern basiert. Die Schlussfolgerung, dass auf sportliche Eltern sportliche Kinder folgen, scheint logisch. Doch ist dies häufig zu einfach gedacht, schließlich wachsen die Kinder von Sportlern häufig in einem Umfeld auf, in dem der Sport einen hohen Stellenwert genießt. Je mehr Zeit ein Kind in solch einem Umfeld verbringt, desto eher ist das Kind später von diesem geprägt.

Nehmen wir den deutschen Nationalspieler Leroy Sané als Beispiel für die Debatte. Sané ist Spieler von Manchester City, einem der besten Fußballklubs der Welt und darf sich zu den besten Fußballspielern der Welt zählen. Sané ist für seine Dribblings und seine außerordentliche Schnelligkeit bekannt.

Das eine bedingt das andere

Leroy Sané ist der Sohn von Souleymane Sané und Regina Weber-Sané. Sein Vater war in den 90er Jahren selbst Profifußballer und brachte es sogar zum Nationalspieler. Seine Mutter ist die mehrfache deutsche Meisterin und Gewinnerin der Bronze-Medaille der Olympischen Spiele von 1984 in rhythmischer Sportgymnastik. Leroy Sané hat also durchaus die Veranlagung zum Profispieler von seinen Eltern mitgegeben bekommen, oder?

Leroy Sané spielte bereits mit fünf Jahren in den Jugendmannschaften verschiedener Profimannschaften und genoss dadurch eine gute Ausbildung in einem Umfeld, das den Nachwuchs fördert und fordert. Die Entwicklung wichtiger Werte wie Arbeitsmoral, Selbstverantwortung oder Disziplin sind für einen Fußballprofi mindestens genauso wichtig, wie die Veranlagung ein guter Sprinter zu sein, wie Leroy Sané sie besitzt.

Die fußballerischen Fähigkeiten eines Leroy Sané sind zum Teil erblich bedingt und zum Teil erzogen worden. Dennoch lässt sich letztendlich nicht feststellen, wie groß der jeweilige Anteil an Sanés Fähigkeiten seiner DNA oder seiner Erziehung zugeschrieben werden kann.

Die Wissenschaft stört sich nicht an Empörung

Die Wissenschaftsethik ist immer Teil der Nurture vs. Nature Debatte, schließlich haben Forscher in der Vergangenheit die Grenze der menschlichen Würde mehrfach überschritten. Für den Erkenntnisgewinn wurde in den 60er Jahren eine Zwillingsstudie gestartet. Teil dieser Studie waren Zwillinge, die von unterschiedlichen Familien adoptiert wurden und somit getrennt voneinander aufwuchsen. Im Laufe der Zeit wurden die teilnehmenden Kinder in ihrer Entwicklung beobachtet.

Die Forscher versprachen sich wegweisende Ergebnisse, schließlich bestand die Hypothese, dass die Umwelt und die Gesellschaft unterschiedliche Einflüsse auf die Zwillinge nehmen. Dadurch sollten klare Unterschiedlichkeiten in den Persönlichkeiten auszumachen sein. Bis in die 80er Jahre wurde die Studie fortgeführt, ehe ein neues Adoptionsgesetz in Kraft trat und die Studie Teil des öffentlichen Interesses wurde und für viel Empörung sorgte. Man brach die Studie ab und seitdem ist es verboten Kinder für Forschungszwecken zu adoptieren. Die Forschungsergebnisse hat man versiegelt und gelangen voraussichtlich erst 2066 an die Öffentlichkeit.

Natürlich sind die Ergebnisse für die Forschung hochinteressant, weil sie uns mehr über den Menschen sagen. Dennoch könnten die Ergebnisse auch hochexplosive Themen aufrufen, die weitaus verstörender sind als die Studie selbst. Herauszufinden, wieso man ist, wie man ist, könnte viele Menschen verschrecken.

 

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