Der Umgang mit Teenagern: Stichwort Pubertät

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Schon bei der Geburt eines neuen Kindes wird manchmal gescherzt: „Warte mal ab, bis der 16 ist“. Die berüchtigten Jahre als Teenager (aus dem Englischen ab 13, also „thirteen“, bis 19 „nineteen“) bereiten so manchem Elternteil Kopfzerbrechen. Auf einmal wird aus dem süßen Engel ein launischer Bock, der irgendwie immer das Gegenteil von dem zu tun scheint, was man ihm oder ihr verlangt. Natürlich muss das nicht bei allen Kindern der Fall sein. Hierfür brauchen auch Eltern ab und an mal eine Verschnaufpause. Aber solltet auch ihr Bedenken wegen der Pubertät haben, kommen hier unsere Tipps zum Umgang mit Teenagern.

Vertrauen ist wichtiger als Kontrolle

Eltern müssen nicht immer alles wissen. Das ist ein Credo, das besonders im Umgang mit Teenagern gilt. Seid nicht frustriert, wenn euer Kind, das euch immer begeistert alles erzählt hat, sich auf einmal zurückzieht. Viele Teenager durchleben eine turbulente Zeit, die sie selbst nicht immer nachvollziehen können. Kleinere Schwierigkeiten können sich schnell wie das Ende der Welt anfühlen. Aber genau hier müssen Eltern auch Verständnis aufbringen. Denn wie soll der Teenager auch wissen, wie er mit bestimmten Situationen umgeht, wenn er sie noch nie erlebt hat? Signalisiert eurem Kind am besten schon früh, dass ihr ihnen im Ernstfall als neutraler Berater zur Seite steht und sie mit euch offen über Themen reden können, die sie gerade verunsichern. Dann werden sie auch hoffentlich alleine auf euch zukommen, wenn sie auf Schwierigkeiten stoßen.

Die Privatsphäre des Kindes zu respektieren, ist aber gerade in dieser Zeit sehr wichtig. Auch wenn ihr euch natürlich um ihr Wohlbefinden in dieser Zeit sorgt und für sie da sein wollt, ist das Schnüffeln in Tagebuch, Handy oder Computer tabu. Damit begeht ihr aus den Augen des Nachwuchses einen schweren Vertrauensbruch. In diesem Alter wollen die Jugendlichen anfangen ihr eigenes Leben zu leben und das müssen Eltern lernen zu respektieren.

Jugendliche müssen sich selbst definieren

Womit wir auch schon bei dem nächsten Punkt wären: Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit. Das sind zwei Ideale, die die meisten Eltern sich wohl für ihre Kinder wünschen. Am Ende des Tages soll der Nachwuchs auch auf eigenen Füßen stehen können. Aber dafür müssen die Kinder selbst entdecken dürfen, wie genau das aussehen soll. Nicht immer, aber doch häufig, versuchen sich Teenager dadurch von ihren Eltern abzugrenzen, indem sie erst einmal alles schlecht finden, was die Eltern mögen. Papas Rock Musik ist plötzlich altbackend und Mamas Yoga höchstens peinlich. Lasst euch auf keinen Fall verunsichern, wenn eure Kinder mit einem Mal anfangen ganz andere Interessen zu haben, als noch davor.

Auch das ist ein ganz normaler Teil des Erwachsenwerdens. Dies sind die ersten Momente im Leben der Kinder, in denen sie herausfinden wollen, wer sie selbst sind, unabhängig von ihren Eltern. Gerade in dieser turbulenten Zeit ist es für die meisten Teenager schwierig, überhaupt zu wissen, was sie selbst wollen und wo sie im Leben hinwollen. Oftmals imitieren sie auch das Verhalten von Freunden oder ihren Idolen, weil sie sich indirekt eine eigene Persönlichkeit aufbauen wollen. Das Bedürfnis nach Privatsphäre, Abstand zu den Eltern und eigenen Interessen ist ganz normal.

Pubertät als Ende aber auch als Anfang

Für viele Eltern ist es schwer, die Kinder während der Pubertät eigene Erfahrungen machen zu lassen. Aber für das spätere Selbstbewusstsein sind diese besonders wichtig. Es ist nachvollziehbar, dass Eltern ihre Kinder vor den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens beschützen wollen, allerdings sollte man ihnen nicht die Chance nehmen, die Welt eigenständig kennenzulernen. Wer es schafft die schwierigen Jahre der Pubertät gut zu überstehen, der wird erkennen, dass die Kinder in dieser Zeit auch sehr reifen.

Wenn das Kind dann mal Fehler macht, was ebenfalls normal ist, sollte man als Elternteil Verständnis und Unterstützung zeigen. Es ist in jedem Fall besser, wenn das Kind das Gefühl hat mit jedwedem Problem zu den Eltern kommen zu können, anstatt Probleme in sich hineinzufressen. Sobald der Teenager langsam zum Erwachsenen wird, kann es auch für die Eltern interessant und gut sein, das Kind auf eine neue Weise, nämlich als eigenständigen Menschen, kennenzulernen.

Die Kindertage mögen vorbei sein, aber sobald ihr euer Kind als Individuum seht und das Kind auch euch als Elternteil so sieht, könnt ihr eurer Beziehung zueinander eine ganz neue Richtung geben, die auf gegenseitigem Respekt beruht.


Photo by Jesús Rodríguez via Unsplash

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